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Paweł Kowalewski
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PawełKowalewski

Malerei, Skulptur, Installation. Geboren 1958 in Warschau, Mitbegründer der Künstlerformation Gruppa.

Diese Seite versammelt Werk, Biografie und alle deutschen Stationen des Künstlers.

Verblassendes Porträt von Zofia Jastrzębska aus der Serie „Stärke und Schönheit“, 2015.
Zofia Jastrzębska (1923–2014), aus „Stärke und Schönheit“, 2015. Der Druck verblasst, sobald Licht auf ihn fällt — so wie das Bild dieser Frauen aus der Erinnerung verschwindet.
Kunst macht keinen Sinn, wenn sie die Welt falsch beschreibt und Fragen stellt, auf die wir die Antwort kennen. Paweł Kowalewski

Über den Künstler

Ein Werk, das seit vier Jahrzehnten von Macht, Erinnerung und den Zumutungen der Gegenwart handelt.

Paweł Kowalewski studierte von 1978 bis 1983 Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Warschau und schloss mit Auszeichnung in der Klasse von Stefan Gierowski ab. Noch während des Studiums gründete er gemeinsam mit Ryszard Grzyb, Jarosław Modzelewski, Włodzimierz Pawlak, Marek Sobczyk und Ryszard Woźniak die Formation Gruppa.

Die Gruppa wurde zu einem der wichtigsten Phänomene der polnischen Kunst der achtziger Jahre: expressiv, grell, absichtsvoll überzeichnet, dem Absurden und Grotesken verpflichtet. Ihre Malweise war Auflehnung gegen den Akademismus ebenso wie gegen Zensur, Kulturpolitik und die Wirklichkeit des Kriegsrechts. Von 1984 bis 1989 gab die Gruppa die unabhängige Zeitschrift „Oj dobrze już“ heraus. 1992 widmete ihr die Nationalgalerie Zachęta in Warschau eine große Überblicksausstellung, 2023 erschien die erste umfassende Monografie, herausgegeben von der Jerke Art Foundation.

Kowalewskis eigenes Werk ist bewusst gattungsoffen. Es umfasst Malerei auf Leinwand und Papier, Fotografie, Skulptur, Installationen und Ready-mades. Charakteristisch sind konzeptuell-dadaistische Titel und Kommentare, mit denen er seine Arbeiten seit jeher versieht. Bereits seine Diplomarbeit trug den Begriff, der seine Haltung bis heute beschreibt: eine persönliche, also private Kunst — eine, die aus dem eigenen Leben kommt und dennoch vom Allgemeinen spricht.

Über die künstlerische Arbeit hinaus gründete Kowalewski 1991 mit Communication Unlimited eine der ersten Werbeagenturen Polens. Von 1985 bis 2023 lehrte er an der Fakultät für Design der Warschauer Kunstakademie, wo er 2019 zum Professor ernannt wurde. Lange Jahre war er Vizepräsident der International Advertising Association und ist heute deren Ehrenmitglied.

Deutsche Stationen

Kowalewskis Arbeiten werden seit den achtziger Jahren in Deutschland gezeigt — zuletzt regelmäßig an Orten, die sich mit der Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts auseinandersetzen.

Words Reflect on Themselves

Museum Jerke, Recklinghausen
Ausstellung

Stärke und Schönheit

Polnisches Institut Berlin, Burgstraße 27 · 10. Juli bis 30. August, Einführung von Christoph Tannert
Einzelausstellung
2023—24

Materializing. Contemporary Art and the Shoah in Poland

NS-Dokumentationszentrum München
Gruppenausstellung
2019—20

Tell me about yesterday tomorrow

NS-Dokumentationszentrum München
Gruppenausstellung

Zeitgeist

Museum Jerke und Kirche St. Petrus, Recklinghausen
Einzelausstellung

Kuda Gierman

Kassel — im Umfeld der documenta entstand das einzige gemeinsam von allen Mitgliedern der Gruppa gemalte Bild
Gruppa

Stärke und Schönheit

2015 schuf Kowalewski eine Serie großformatiger Porträts polnischer Frauen jüdischer Herkunft, die den Zweiten Weltkrieg und die Totalitarismen des Jahrhunderts erlebt haben — darunter seine eigene Mutter, die 1944 am Warschauer Aufstand teilnahm. Ein besonderes Druckverfahren sorgt dafür, dass die Gesichter unter Lichteinfluss verblassen, bis sie kaum noch zu erkennen sind. Zu jedem Porträt gehört die Geschichte der abgebildeten Frau. Erstmals gezeigt in Tel Aviv, 2024 im Polnischen Institut Berlin.

Tippen Sie auf ein Porträt, um es verblassen zu lassen.

Werkgruppen

Eine Auswahl. Das vollständige Werkverzeichnis mit Abbildungen findet sich auf der Hauptseite.

  • Gegenstände

    2019—2023

    Malerei, inspiriert von Kowalewskis Lektüren und seinen Reisen, besonders nach Italien. Viele Leinwände stecken in dekorativen Goldrahmen — ein bewusster Widerspruch, der daran erinnert, dass Kunst zugleich Werk und Ware ist. Die Serie umfasst die Teile „Einsamkeit“, „Hannah Arendt“ und „Afrikanische Träume“.

  • Stärke und Schönheit

    2015

    Zehn großformatige Porträts, die im Licht verschwinden. Eine Arbeit über subjektive Erinnerung innerhalb kollektiver Erfahrung — und eine Warnung davor, Geschichte zu vergessen.

  • Totalitarismus-Simulator

    2012

    Eine begehbare Installation, für jede Ausstellung neu gebaut. Drastische Bilder der Verbrechen des zwanzigsten Jahrhunderts stehen neben Szenen ganz gewöhnlichen Lebens. Wer eintritt, wird fotografiert und erscheint anschließend selbst in der Projektion.

  • Verboten

    seit 2010

    Eine fortlaufende Sammlung von Verbots- und Gebotsschildern, die der Künstler auf Reisen rund um die Welt fotografiert. Als Postkarten legte er sie 2011 während der Biennale von Venedig heimlich in Souvenirständer.

  • Fin de siècle

    1991—1992

    Jugendstil-Tapetenmuster, durchzogen von schwarzweißen Streifen. Zwei Jahrhundertwenden im Vergleich — und eine ironische Antwort auf den naiven Optimismus, mit dem ein neues Jahrhundert erwartet wurde.

  • Fünf Beweise für die Nichtexistenz Jesu Christi

    späte 1980er

    Kleine Objekte, wie Reliquien in Glasvitrinen geschlossen. Der Beginn von Kowalewskis bildhauerischer Arbeit, entstanden parallel zu den großformatigen Papierarbeiten der Reihe „Psalmen“.

Sammlungen

Arbeiten von Paweł Kowalewski befinden sich unter anderem in diesen Sammlungen.

Deutschland

  • Museum Jerke, Recklinghausen
  • Sammlung Werner Jerke, Recklinghausen

Museen in Polen

  • Nationalmuseum Warschau
  • Nationalmuseum Krakau
  • Zachęta — Nationalgalerie, Warschau
  • Muzeum Sztuki, Łódź
  • Museum des Warschauer Ghettos
  • Bezirksmuseum Bydgoszcz
  • Oberschlesisches Museum, Bytom
  • Kunstakademie Warschau

Stiftungen und Privatsammlungen

  • ING Polish Art Foundation
  • Starak Family Foundation
  • Sammlung Cartier
  • Sammlung Isy Brachot, Brüssel

Presse und Kontakt

Für Ausstellungsanfragen, Leihgaben und Interviews wenden Sie sich bitte an das Atelier.

Für die Presse

Pressefotos in Druckauflösung, Lebenslauf und Werkverzeichnis stehen auf der Hauptseite bereit.

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Vollständiges Werk

Gemälde, Papierarbeiten, intermediale Arbeiten und Skulpturen, chronologisch erfasst.

Werkverzeichnis (englisch)

Anfragen

Communication Unlimited
Złota 44
00-120 Warschau, Polen

ewojtczak@commu.pl
+48 602 318 558